>>Kultur umsonst von Detlef Cordes >>Heinrich
Heine
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Aus alten Märchen winkt es
hervor mit weißer Hand,
da singt es und da klingt es
von einem Zauberland
- Mein Opa hat mir immer Märchen vorgelesen. Durch ihn habe ich diese ganze Welt kennen gelernt - aber auch ziemlich schnell gemerkt, dass mit dieser Welt etwas nicht stimmte: Die gab´s gar nicht mehr!
- Oder? Wenn wir zum Wochenmarkt gingen, mit dem Auto zur Müllkippe fuhren oder an der Bahnlinie spazierten: Das war zwar abenteuerlich, aber da konnte ich die Märchenwelt nicht finden.
Am ehesten noch im Wald.
"Dies ist der Märchenwald!", hat meine Mutter mir erzählt, "hier haben Hänsel und Gretel sich verirrt." - "Und wo ist das Hexenhäuschen?"
- Und dann wollte ich immer gern einen König oder eine Königin sehen. - Aber wir hatten bloß einen Bundeskanzler.
"Aber", sagte Opa, "vor hundert Jahren hatten wir mal einen König. Das war der König von Hannover."
Darum hieß die Stadt, in der ich aufgewachsen bin damals immer noch "Rotenburg in Hannover", jetzt Rotenburg (Wümme).Die Märchenwelt gab es also nur in der Vergangenheit oder bei Opa auf dem Schoß, in der Phantasie. Wahrscheinlich wegen Opa singe ich dieses Lied ohne Ironie, mit einer gewissen Wehmut und Sehnsucht nach einem Land und einer Zeit, die es nicht mehr gibt. Oder vielmehr: nie gab.
- Denn im Kontext Heinrich Heines Werk steht dieses Gedicht in einer ironischen Spannung zu "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht" (Volltext hier) und den Kritik an den Zuständen in Deutschland im "Wintermärchen".
- Hier gibt es meine Vertonung von Heinrich Heines Zauberland.
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