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Detlef Cordes

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15.3.07

Dat du mien Leevsten büst

"Dat du mien Leevsten büst" habe ich mit Gesang, Streichern und Oboen eingespielt.

Auch wer nicht Platt schnackt kann sicherlich verstehen, worum es in diesem Lied geht. Trotz aller Kürze ist die Situation doch sehr plastisch dargestellt. Fast meint man, in einem Film zu sitzen.

Allerdings mag man bezweifeln, ob ein romantisches Stelldichein zwischen Liebenden sich in der bäuerlichen Umgebung des 18. oder 19. Jahrhunderts in dieser Form zugetragen haben könnte.

Der Wohnraum war knapp bemessen, man lebte zwangsläufig eng beisammen. Darüber hinaus waren die Menschen im bäuerlichen Millieu auf jede Arbeitskraft angewiesen und hatten deshalb viele Kinder. Dass da jemand ein Zimmer für sich hatte dürfte äußerst selten gewesen sein.

Oder fand dieses Stelldichein etwa im gemeinsamen Schlafzimmer mit den Eltern und Geschwistern statt, die nach einem arbeitsreichen Tag im Tiefschlaf lagen? - Wir wissen es nicht und werden es leider nicht erfahren. Vielleicht dreht ja mal jemand den Film zum Lied.

"Dat du mien Leevsten büst" kann man hier anhören und downloaden.

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23.2.07

Herrn Pastor sien Kauh

"Herrn Pastor sien Kauh" ist eins der bekanntesten plattdeutschen Volkslieder, zu dem immer wieder neue Strophen erfunden werden. Ich singe dieses Lied in einer a cappella Version.

Es ist ein ironisches Lied, dass sich respektlos humorvoll über die prekäre Situation der Pastoren auf dem Lande lustig macht, die im 19. Jahrhundert sehr oft von dem leben mussten, was ihre Gemeinde ihnen zur Verfügung stellen konnte. - Was in der relativen Armut vieler Gegenden Norddeutschlands in der damaligen Zeit oft nicht viel war.

Die Bedeutung der Kühe im 19. Jahrhundert zeigt auch Wilhelm Busch im Gedicht von "Frau Urschel".

Hier ist "Herrn Pastor sien Kauh" im freien Download
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22.1.07

Plattdeutsch

"Na, kannst ogg platt schnacken?"
"Nej, kann ick nech, hev ick nich lernt."

"No Mensch, kiek, dat geit doch."

Meine Großeltern sprachen alle Platt, oder Niederdeutsch, aber ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo man dachte, man würde die Kinder damit verwirren, weil sie in der Schule Hochdeutsch sprechen und schreiben mussten.

Darum bin ich in der Verwendung dieser Sprache ein bisschen unsicher, obwohl ich merke, dass sie eigentlich mein zu Hause ist. Wenn jemand sagt "Son´n Schiet" dann ist das ein ganz anderes Verhältnis als würde er sagen "Oh, verdammt" oder "Ach du Schande".

Plattdeutsch ist wesentlich wärmer und persönlicher, was ja auch schon in "Lütt Matten de Has" zu Ausdruck kommt.

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13.1.07

Matten Has - Plattdütsch trifft Indien

Ja natürlich, das bekannte Volkslied im tapsigen Dreivierteltakt ist schön.
Aber ich wollte mal ein anderes Osterlied machen und schauen, wie sich das Plattdeutsche in einen musikalischen Rahmen aus Indien einfügt.

Das Plattdeutsche gehört zu den westgermanischen Sprachen. Und weil auch viele indische Sprachen zur indogermanischen Sprachfamilie gehören, ist der Weg vom Plattdeutschen nach Indien gar nicht sooo weit.

Die Tonleiter meines Liedes von Matten Has ist ein indischer Raga, der Rhythmus ist meine Variation eines hindustanischen Theka, einer Trommelfigur mit einer festgelegten Anzahl von Schlägen, in diesem Fall eine Folge von 10 Schlägen mit je 4 Untereinheiten.

Nein - ist nicht kompliziert. Man kann gut dazu tanzen.

Ob´s ein Kinderlied ist weiß ich nicht. Ich würde eigentlich sagen: nein. Aber wenn ich bedenke, was Kinder Kinder im Fernsehen so alles mitbekommen und was Kinder im Alltag alles verarbeiten müssen: dann würde ich schon wieder sagen: Hört euch diese fiese Geschichte ruhig an.

Irgendwie schafft es der niederdeutsche Dichter Klaus Groth aus Heide in Schleswig-Holstein, diese Räuberpistole charmant rüberzubringen. Nicht zuletzt durch das Plattdeutsche. Ich habe versucht, den Text ins Hochdeutsche zu übersetzen, das geht aber nicht, da klingt es sofort ultra-brutal: "Die Krähe bekommt eins von den Hinterbeinen ...".

Für Nicht-Platt-Schnacker und -Versteherinnen habe ich die Fabel frei ins Hochdeutsche übersetzt.

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