Es war einmal ein Mann, der hatte einen Esel, der für ihn tapfer von morgens bis abends Säcke schleppte.
Eines Tages kaufte dieser Mann sich einen Lastwagen, der viel mehr Säcke tragen konnte als der Esel und außerdem noch viel schneller fuhr als der Esel traben konnte.
"Lieber Esel", sagte der Mann, "ich kann dich jetzt hier nicht mehr gebrauchen. Du musst dir einen anderen Job suchen."
"Ist gut", sagte der Esel, "die Säcke wurden mir sowieso zu schwer und ich wollte in meinem Leben nochmal was anderes machen. Ich gehe nach Bremen und werde Gitarrist in einer Band."
"Viel Glück dabei!" sagte der Mann.
Unterwegs traf der Esel einen Hund, der ganz außer Atem am Straßenrand saß. "Was jappst du denn so?" fragte der Esel.
"Ach, ich schaffe das nicht mehr mit der Jägerei. Ich habe keine Kondition mehr und sogar die ganz alten Kaninchen laufen mir einfach davon. Aber wenn ich nicht mehr jagen kann, wovon soll ich dann leben?"
"Pass mal auf!" sagte der Esel, "ich bin gerade auf dem Weg nach Bremen. Da will ich als Gitarrist in einer Band spielen. Hast du nicht Lust, mitzukommen? Du wärst bestimmt ein guter Schlagzeuger."
"Ja klar! Das ist immer noch besser als Kaninchen hinterher zu jagen."
Es dauerte nicht lange, da saß eine Katze am Weg,der sah man an, dass sie großen Kummer hatte.
"Was hast du für ein Problem?" fragte der Esel.
"Ach, ich habe keine Lust mehr auf diese blöde Mäusefängerei. Die Mäuschen sind so lieb und süß - und ich soll sie fangen und dann auch noch aufessen. Wie mich das ekelt! Ich möchte irgendwie was anderes machen."
"Mach doch mit bei unserer Band. Ich bin Gitarrist und der Hund da ist Schlagzeuger. Wir könnten noch eine Sängerin gebrauchen."
Also kam die Katze auch mit.
Kurz darauf kamen sie an einem Zaun vorbei, auf dem saß ein Hahn und krähte immerzu.
"Was ist denn mit dir los?" fragte der Esel. - "Ich bin so genervt von den doofen Hennen, ich könnte den ganzen Tag immer nur krähen. Die machen mich fertig mit ihrem Gegacker. Aber wo soll ich sonst hin, wenn ich es auf dem Hühnerhof nicht mehr aushalte?"
"Na, dann komm doch mit uns nach Bremen. Wir machen da nämlich eine Band auf."
"Aber ich bin die Sängerin!" sagte die Katze schnell, weil sie hörte, dass der Hahn auch ganz gut bei Stimme war.
"Wir bräuchten noch einen Bassisten", meinte der Hund.
"Ist gut", sagte der Hahn. "Dann spiele ich eben Bass. Vielleicht kann ich ja auch mal die zweite Stimme singen."
"Das ist eine sehr gute Idee!" sagte der Esel.
"Und wie heißt eure Band?"
"Ich schlage vor: die Katze, Esel, Hahn und Hund Band", sagte die Katze.
"Nein, das gefällt mir nicht", meinte der Hund. "Wie wäre es mit "die 4 Alten, die was Neues machen"? "
"Phhh", sagte die Katze bloß.
"Ich weiß einen guten Namen", sagte der Esel und rief dann feierlich: "Meine sehr verehrten Damen und Herren! Begrüßen sie bei uns in der Stadthalle: die Bremer Stadtmusikanten!"
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